Besser Proben mit Konzertmeister

In unserem Blog berichten wir meistens über neue Funktionen und Features von Konzertmeister. Angeregt durch ein Gespräch mit Alexandra Link, die in ihren Zukunftswerkstätten viel bei den Vereinen vor Ort ist, wollen wir heute mal ein generelles Thema ins Visier nehmen und aus unserer Sicht beleuchten:

Verbesserung der musikalischen Qualität, Probenanwesenheit und wie ihr eure Mitglieder davon überzeugen könnt, dass der Einsatz von Konzertmeister wichtig und sinnvoll ist, um diese Ziele zu erreichen.

Das Motto von Konzertmeister lautet Von Musikern, für Musiker:innen. Da wir in unserem Team fest in der Blasmusik-Community verankert sind und hier einen Großteil unserer Freizeit investieren, meinen wir auch, dies zu Recht zu behaupten. Auch das zahlreiche positive Feedback der Vereine bestärkt uns auf unserem Weg.

Doch der Umstieg auf eine digitale Lösung wie Konzertmeister bringt nicht automatisch nur Vorteile. Im Idealfall wird die Kommunikation erleichtert und die junge Generation kann mit einer modernen App leichter abgeholt werden. Strukturelle Probleme - wie schlechter Probenbesuch oder eine mangelnde Rückmelde-Bereitschaft - werden mit dem Einsatz von Konzertmeister aber oft noch deutlicher sichtbar, als sie vielleicht schon in der nicht-digitalen Vergangenheit waren.

Wir wollen euch aus unserer Sicht berichten, welche Schritte hier gesetzt werden können, um die Akzeptanz zu verbessern und euch Argumente aufbereiten, welche ihr euren Mitgliedern vorstellen könnt, um für eine höhere Akzeptanz und Mitmach-Quote zu werben.

Probenarbeit - der Schlüssel zum Erfolg

Auch wenn der musikalische Erfolg eines Orchesters oder Chores sicher eine komplexe und bunte Mischung aus verschiedensten Faktoren ist, die Basis für jeden Erfolg wird in einer guten Probenarbeit gelegt. Doch was macht eine gute Probe aus? Aus unserer Sicht handelt es sich um eine gute Probe, wenn folgende Faktoren erfüllt sind:

  1. konsequente und effiziente Durchführung
  2. fachlich fundierte Aufbereitung und Gestaltung
  3. alle sind mit Motivation und Freude dabei
  4. gute Vorbereitung und Strukturierung der Inhalte
  5. ausgewogene und möglichst vollständige Besetzung

Die Punkte 1 - 4 liegen zu einem gewichtigen Teil in der Hand der musikalischen Leitung. Doch beim Punkt "verlässlicher Probenbesuch" wird es im Amateurbereich oft schwierig. Hier sind wir als Dirigentinnen und Dirigenten bis zu einem gewissen Grad äußeren Umständen ausgesetzt: Urlaub, Krankenstand, Dienstreise, Familienbesuche, andere Vereine und vieles mehr. Die Gründe für ein Fernbleiben der Probe sind sehr groß und durch Zwang kann meist nur wenig erreicht werden. Hier kann aus unserer Sicht nur eines helfen:

Musikalischer Erfolg als oberstes Ziel

Wenn wir davon ausgehen, dass jedes aktive Vereinsmitglied ansprechende und schöne Musik machen will, so ist dies unser kleinster gemeinsamer Nenner, aber auch unser größtes gemeinsames Ziel. Von diesem Ziel leiten sich alle weiteren Aspekte des Vereins und der Probenarbeit ab. Gelingt es uns, hier eine positive und von Motivation geprägte Grundstimmung zu etablieren, lösen sich viele der Probleme mittelfristig oder verbessern sich. Gelingt uns das nicht, bewegen wir uns oftmals in einer negativ geprägten Spirale:

Negativer Kreislauf schlechter Probenarbeit mit geringer Anwesenheit

Negativer Kreislauf schlechter Probenarbeit mit geringer Anwesenheit

In dieser Grafik soll der Zusammenhang zwischen schlechter Rückmelde-Kultur und der damit meist verbundenen schwachen Probenanwesenheit und dem musikalischen Erfolg aufgezeigt werden:

  1. Sind die Proben nicht gut besucht und die Rückmeldungen werden nicht verlässlich abgegeben, entsteht dadurch:
  2. Hohe Unsicherheit im Leitungsteam, wie die Probe gestaltet werden kann und welche Stücke überhaupt möglich sind.
  3. Die Proben werden automatisch ineffizienter und es entsteht beidseitige Frustration und musikalischer Stillstand.
  4. Dadurch müssen längere Probenphasen eingeplant werden und beim Programm werden meist Abstriche gemacht.
  5. Dies führt zu einer meist geringeren Motivation beim Stammpersonal, aber auch im gesamten Orchester, da das Endergebnis maximal eine Kompromisslösung ist.

Um diesen Kreis zu durchbrechen, könnte man an verschiedenen Punkten ansetzen. Der logischste und angenehmste Weg für alle ist aber bei Punkt 1 anzusetzen und nach und nach die nachgelagerten Punkte zu verbessern.

Folgendes lässt sich in weiterer Folge für die Kommunikation mit den Musiker:innen daraus ableiten:

Wer

  • anspruchsvolle, "coole" Stücke spielen möchte,
  • abwechslungsreiche und kurzweilige Proben erleben möchte,
  • nicht auf unnötig viele Proben gehen und somit seine Freizeit möglichst effizient nutzen möchte,

muss lediglich eine Minute pro Woche verwenden, um eine Rückmeldung für die nächste Probe abzugeben. Die "Kosten-Nutzen-Rechnung" ist hier unschlagbar, was uns zum nächsten Argument bringt:

Einen Klick vom Probenerfolg entfernt

Eine gute Probenvorbereitung für eine ca. 2-stündige Probe benötigt je nach Komplexität der Stücke und Routine des musikalischen Leitungsteams zumindest einige Stunden. Lässt man jetzt mal das Üben am Instrument zu Hause außen vor, so beschränkt sich die Vorbereitung auf die Probe für eine Musikerin / einen Musiker auf das Abgeben einer Rückmeldung in Konzertmeister, welches mit einem Klick innerhalb einer Minute erledigt werden kann.

Erwartungshaltung für die Probe

Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es, und im Idealfall freuen sich alle Beteiligten auf eine Probe. Die Mitglieder, weil sie ihrem Hobby nachgehen können und eine positive und wertschätzende Probe erleben. Die Leiter:innen, weil sie aktiv Musik gestalten können und dem großen Ziel eines erfolgreichen Auftritts einen Schritt näher kommen.

Doch in der Realität ist es oft sehr schwierig diese Vorfreude zu entwickeln, wenn eine schwache Probenteilnahme erwartet wird oder durch die Rückmeldungen schon ersichtlich ist. Werden Rückmeldungen zwar verlässlich abgegeben, es zeichnet sich aber eine schwache Probenteilnahme ab, so kann es eine Möglichkeit sein, für diesen Fall ein Ausweichszenario zu definieren und dieses dann aktiv einzusetzen.

Ein konkretes Beispiel hierfür könnte sein:

Der Verein probt Freitagabends. Die Rückmeldefrist in Konzertmeister ist bis Mittwochabend gesetzt. Am Mittwochabend entscheidet das Leitungsteam im Falle einer nicht ausreichenden Besetzung, dass die geplante Gesamtprobe am Freitag nicht sinnvoll durchgeführt werden kann und informiert alle Beteiligten (Absage der Gesamtprobe). Als Ersatz könnte je nach Rückmeldungen eine Registerprobe am Freitagstermin stattfinden und die Gesamtprobe nötigenfalls an einem bereits zum Beginn der Probenphase eingeplanten Ausweichtermin eingeschoben werden.

Dieses Szenario ist natürlich nicht wünschenswert, da das Absagen einer Probe immer unangenehm ist. Wenn dies aber von vornherein klar kommuniziert wird, kann hier für mehr Akzeptanz geworben werden. Und im Endergebnis ist es sicher besser, als eine Gesamtprobe mit mangelnder Besetzung durchzuführen (Frust bei den Anwesenden über die fehlenden Kolleg:innen, suboptimaler Klang auf Grund der fehlenden Stimmen, etc.).

Ist dieses "Ausweg" Szenario nicht mit der Praxis des Vereins vereinbar, so kann das Leitungsteam versuchen, die verschiedenen Erwartungshaltungen klar zu kommunizieren und auch auf diese Weise für eine verlässliche Rückmeldung und Anwesenheit werben.

Sichtbarkeiten richtig wählen

In Konzertmeister kann pro Termin eingestellt werden, welche Sichtbarkeitsregeln für die Mitglieder gelten:

  • Nur Leiter sehen die Rückmeldungen (Verein, Register).
  • Alle Registermitglieder sehen Rückmeldungen von ihrem Register.
  • Alle Mitglieder sehen Rückmeldungen von allen Registern (= dem gesamten Verein).

Hier sollte man vorsichtig wählen und die Mitglieder gut einschätzen. Wenn Rückmeldungen zwar verlässlich abgegeben werden, es aber öfters zu einer mangelnden Besetzung kommt, kann dies Auswirkungen haben.

Beispiele:

  • Als Mitglied sehe ich, dass mein Register für die kommende Probe sehr schwach besetzt ist und ich wahrscheinlich alleine sein werden. Abhängig von meiner persönlichen Einstellung zur Probe könnte ich mich durch diese Gegebenheit demotivieren lassen und auch einen Vorwand suchen, um nicht teilzunehmen. In solch einem Setting wäre es wohl besser, Rückmeldungen nur im Leitungsteam sichtbar zu haben.
  • Andererseits kann aber natürlich auch der umgekehrte Fall eintreten: "Nächste Probe wird super besucht. Da will ich auch dabei sein."

So gesehen ist diese Entscheidung individuell im Verein zu treffen und kann sich auch im Laufe der Zeit ändern und dann angepasst werden.

Ihr tut es für euch und eure Kolleg:innen

Das Musizieren im Orchester und das Singen in einem Chor ist deshalb so schön und erfüllend, weil das Ergebnis im Idealfall mehr als die Summe der Einzelteile ist. Wir musizieren im Idealfall nicht nur für die Dirigentin / den Dirigenten oder für uns selbst, sondern um im Kollektiv schöne Musik zu machen.

Dieses Bild kann auch für die Rückmeldungen herangezogen werden: Es sollte nicht kommuniziert werden, dass die Rückmeldung ausschließlich ein Gefallen ist, der dem musikalischen Leitungsteam getan wird, damit dieses ein gutes Gefühl hat. Viel mehr kommt die Rückmeldung allen zugute um gemeinsam als Team gut zu funktionieren.

Zuletzt ist es auch ein Ausdruck des Respekts vor der Freizeit der Kolleginnen und Kollegen. Wer sitzt schon gerne auf einer Probe, die nicht optimal läuft, da einige Kollegen fehlen? Im schlimmsten Fall bleibt ein Beigeschmack von "diese Zeit hätte ich jetzt besser nutzen können". Im Idealfall wird eine eventuelle Besetzungsschwäche schon bei der Probenvorbereitung berücksichtigt, so dass alle anwesenden Musiker:innen trotzdem ohne diesen Beigeschmack die Probe verlassen.

Gelingt uns dies, so kann der oben gezeigte Teufelskreis in eine positive Entwicklung transformiert werden:

Positiver Kreislauf guter Probenarbeit mit hoher Anwesenheit

Positiver Kreislauf guter Probenarbeit mit hoher Anwesenheit

Dieser Beitrag soll einige Aspekte aus unserer Erfahrung beleuchten und stellt natürlich keinen Anspruch auf eine vollständige Betrachtung dieses komplexen Themas. Wir hoffen trotzdem, dass ihr euch den ein oder anderen Gedanken mitnehmen könnt und somit Konzertmeister noch erfolgreicher in eurem Orchester oder Chor einsetzen könnt.

Damit jede Probe zum Erfolg wird und ihr die musikalische Qualität steigern könnt.